Vorurteile Wasserbasiertes Drucksystem
Gerne möchten wir einige gängige Vorurteile gegenüber wasserbasierten Druckfarbsystemen aufklären: Warum existieren diese Vorurteile? Sind sie noch immer relevant? Und was sind die Stärken und Grenzen dieses Systems?
Höhere Kosten
Einkaufskosten
Obwohl wasserbasierte Farben aufgrund ihrer höheren Pigmentierung oft teurer in der Anschaffung sind, wird dies durch den geringeren Farbverbrauch mehr als ausgeglichen. Zudem entfallen Kosten für Gebäude, Maschinen wie z.B. Abluft-Behandlungsanlagen und Equipment ohne die Explosionsschutz-Vorrichtungen, was zu erheblichen Einsparungen führt. Zusätzlicher Kauf von Lösemitteln zur Viskositätseinstellung und Reinigung ist nicht notwendig, was weitere Kosten reduziert.
Energiekosten
Zur Trocknung von Wasser besteht im Vergleich zu Lösemitteln ein höherer Energiebedarf. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sich für die Trocknung wasserbasierter Systeme niedrigere Temperaturen und höhere Abluftmengen bewährt haben, so dass sich die Energieaufwendungen sich ausgleichen und die Energiekosten vergleichbar mit denen lösemittelbasierter Systeme sind.
Weitere Kosten
Zusätzliche Einsparungen ergeben sich durch einfachere Genehmigungsverfahren, den Wegfall einer Thermischen Nachverbrennungsanlage, von Lösemittelbilanzierungen und geringere Aufwendungen für Arbeitssicherheitsunterweisungen und ‑maßnahmen. Auch die Gebäude- und Versicherungskosten sind niedriger, da keine brennbaren Chemikalien gelagert werden müssen.

Schlechte Druckqualität auf Folien
Es wird oft angenommen, dass mit wasserbasierten Farben keine hohe Druckqualität erzielt werden kann.
Die Kombination aus modernen Farbsystemen, abgestimmter Maschinentechnologie (Maschine, Rasterwalze, Druckplatte), Druckvorstufe und Korona-Vorbehandlung, ermöglicht höchste Qualität der Drucke und das nicht nur auf Papier, sondern auch auf den verschiedensten Folien.
Geringe Druckleistung
Ein verbreitetes Vorurteil ist, dass wasserbasierte Druckfarben nicht die gleiche Leistung wie lösemittelbasierte Farben bieten können. Die heutigen Trocknungssysteme und optimieren Farbformulierungen erlauben hohe Druckgeschwindigkeiten.
Starke Geruchsentwicklung bei Wasserfarbe
Wasserfarben benötigen ein Neutralisationsmittel, um die Bindemittel wasserlöslich zu machen. Früher wurde hierfür eine größere Menge an Ammoniak oder organischen Aminen eingesetzt
Beim Trocknen der Druckfarbe entweicht nicht nur das Wasser, sondern auch das Neutralisationsmittel aus dem Druckfarbenfilm, wodurch dieser dann wasserfest wird. Moderne Systeme sind geruchsarm formuliert, deshalb gehört bei den heutigen wasserbasierten Farbsystemen der unangenehm stechende Geruch von Ammoniak oder Amin in den Druckereien der Vergangenheit an.
Schwierigkeiten bei der Verwendung auf bestimmten Substraten
Es wird vermutet, dass wasserbasierte Farben auf bestimmten Materialien, wie zum Beispiel Kunststoffen, nicht gut haften oder sich schwer verarbeiten lassen. Die Kombination aus modernen Farbsystemen, abgestimmter Maschinentechnologie (Maschine, Rasterwalze, Druckplatte), Druckvorstufe und Korona-Vorbehandlung, ermöglicht höchste Qualität der Drucke und das nicht nur auf Papier, sondern auch auf den verschiedensten Folien.
Umfassende Erfahrung: Mehr als 40 Jahre Expertise in der Entwicklung von Wasserfarben.
Schlechte Reinigung der Maschinen
Die Reinigung von Maschinen galt früher als problematisch. Doch dank fortgeschrittener Reiniger, verbesserten Farbformulierungen und Anpassung der Arbeitsweisen, ist die Reinigung heute einfacher und effizienter.
Ein wesentlicher Vorteil ist zudem, dass bei Wasserfarben ein Zukauf und das Handling von Lösemitteln nicht mehr notwendig ist, wodurch Kosteneinsparungen erzielt werden können.
Die beim Reinigen entstandenen Abwässer, müssen aufbereitet bzw. separat entsorgt werden.
Hohes Migrationspotenzial
Wasserbasierte Druckfarben enthalten keine Weichmacher oder Lösemittel, die ein hohes Migrationspotenzial haben, dennoch ist das Migrationsverhalten auch bei Wasserfarbe zu überprüfen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vorurteile gegenüber wasserbasierten Druckfarbsystemen oft auf Missverständnissen oder Erfahrungen aus der Anfangszeit des Drucks mit wasserbasierter Technologie beruhen. Während anfänglich höhere Anschaffungskosten und vermeintlich höhere Energiekosten ins Feld geführt werden, zeigen sich bei genauerer Betrachtung deutliche Vorteile. Durch den geringeren Farbverbrauch und Einsparungen bei den Betriebskosten können wasserbasierte Systeme langfristig kosteneffizient sein. Zudem sind sie umweltfreundlicher und erfüllen die Anforderungen an ökologische Verpackungslösungen. Investitionen in diese Technologie ermöglichen es Druckereien, sich als Vorreiter in einem sich wandelnden Markt zu positionieren und auf zukünftige Trends vorbereitet zu sein.
Der Umstieg auf wasserbasierte Systeme trägt nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern hilft auch, gesetzliche Anforderungen und Marktanforderungen für ökologische Verpackungen zu erfüllen.
Die Druckereien, die frühzeitig in ein modernes wasserbasiertes System investieren, können sich als „Verpackungsdrucker der Zukunft “ im Markt profilieren. Auch sind sie gewappnet, wenn von Seiten der Markenartikler und Handelsunternehmen die Nachfrage nach „ökologischen Folienverpackungen“ anziehen sollte. Zusätzlich sind sie besser vorbereitet auf mögliche gesetzliche Änderungen oder die Einführung neuer Verordnungen.